DKP Wandsbek: Liebe Farmsener Mitbürgerinnen und Mitbürger,

Freitag, den 28. Juni 2013

Farmsen ist bunt

Seit Jahrzehnten leben wir in Farmsen friedlich zusammen, Menschen mit deutschen Vorfahren und Menschen, die aus vielen Teilen der Welt zu uns gekommen sind. Unsere Kinder gehen in die gleichen Schulen, wir treffen uns bei Rewe und beim türkischen Gemüsehändler. Die Zuwanderer werden hier bleiben, mit uns arbeiten und leben. Und sie bereichern unser Leben, sie helfen uns zu sehen, dass das Leben nicht so sein muss, wie wir es kennen und wie es schon immer war.

Aufregung um Flüchtlinsunterkunft

Nun sollen für 330 Flüchtlinge in Farmsen Unterkünfte geschaffen werden. Darüber gab es erst mal große Aufregung: Nazis und das Ostpreußen-Blatt hetzten gegen „Überfremdung, Asylbetrüger und Kriminelle“ Leider hat sich der Farmsener Bürgerverein mit dem CDU-Ortsvorsitzenden Olaf Böttger an die Spitze dieser Aufgeregtheit gesetzt und vor „Belastung der Anwohner durch Massenunterkünfte“ gewarnt, um in der trüben braunen Brühe zu fischen. Erfreulich ist, dass alle anderen Fraktionen der Bezirksversammlung dem Projekt zugestimmt haben.

Warum kommen die Flüchtlinge?

Niemand verlässt seine Heimat ohne Not! Wenn die Menschen vor Krieg und Verfolgung fliehen, so ist es unsere Pflicht, sie aufzunehmen, so wie auch deutsche Opfer der Nazis gerettet wurden, weil sie Hilfe im Ausland fanden. Das gilt besonders für die Opfer von Kriegen, die auch unsere Regierung mit angezettelt hat. Und die „Wirtschaftsflüchtlinge“? Wenn europäische Fangflotten die Fische in den Hoheitsgewässern afrikanischer Staaten leer fischen, sollen dann die Einheimischen schweigend verhungern? Ist es nicht besser, sie versuchen, hier zu überleben, als in der Heimat Piraten zu werden?

Belastung?

Die Nazis behaupten, die Flüchtlinge würden „uns“ belasten, und weisen auf reale Probleme wie zu niedrige Renten und Löhne und zu teure Wohnungen hin. Aber glauben Sie ernsthaft, Sie hätten auch nur einen Euro mehr Rente oder Lohn oder müssten weniger Miete zahlen, wenn es das Flüchtlingsproblem nicht geben würde? Eher würde Geld, das man an den Flüchtlingen sparen würde, in eine zweite Elbphilharmonie gesteckt, den Konzernen als Investitionshilfe zugeschoben oder für Kriegseinsätze in aller Welt verpulvert, als dass Sie etwas davon hätten. Wenn die Unteren sich gegeneinander aufhetzen lassen, können sie nur gemeinsam verlieren. 330 Flüchtlinge in Farmsen werden ebenso wenig eine Belastung sein wie die Bewohner der 350 Saga-Wohnungen, die dort auch gebaut werden sollen. Beides sind keine „Massenunterkünfte“, wie Böttger formuliert, um Stimmung gegen die Flüchtlinge zu machen.

Unterstützung!

Natürlich werden die Flüchtlinge Unterstützung brauchen, um sich anfangs hier im fremden Land zurechtzufinden. Solche Unterstützung ist vom Senat versprochen. Hier müssen aber die Farmsener wachsam sein, dass dieses Versprechen auch erfüllt wird und nicht dem „Sparzwang“ geopfert wird.

Solidarität!

Wir Kommunisten schlagen den Demokraten in Farmsen vor, gemeinsam ein Fest zur Begrüßung der Flüchtlinge zu organisieren, damit sie erleben, dass sie willkommen sind.