Niemand und Nichts wird vergessen!!

Montag, den 27. April 2015

Am 2. Mai 1933 stürmten SA und SS die Gewerkschaftshäuser, mißhandelten tausende von Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern und töteten Dutzende. Der Angriff auf eine der wichtigsten Organisationen der Arbeiterbewegung – die Gewerkschaft – machte deutlich, dass das „sozialistisch“ im Namen der Partei der Faschisten nur vorgeschoben war.

 

Was folgte war die Ausschaltung, Gleichschaltung und der Terror gegen alle, die sich für die Interessen der Arbeiterinnen und Arbeiter einsetzten.

Die Schlägerbanden der Faschisten sollten den Widerstand der Arbeiterinnen und Arbeiter gegen die Abwälzung der Krisenlasten brechen. Die von den Faschisten betriebene Revidierung der Versailler Verträge und die Wiederaufrüstung sollte dem deutschen Kapital die Möglichkeit verschaffen, ihre außenpolitischen Interessen nach Absatzmärkten und Rohstoffquellen auch militärisch wieder durchsetzen zu können. Die Faschisten entfachten im Interesse der Unternehmen, Banken und Konzerne einen Krieg, der die ganze Welt erfasst und dem mehr als 50 Millionen Menschen zum Opfer fielen.

Am 2. Mai 2014 flüchteten sich mehr als 100 Menschen – Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter, Linke, Kommunistinnen und Kommunisten - vor einem mehr als tausend Leute zählenden rechten Mob in das Gewerkschaftshaus in Odessa.Unter den Augen der Polizei und der Sicherheitskräfte warfen rechte Kräfte und Faschisten der Swoboda und des Rechten Sektors Molotowcocktails in das Haus und schossen mit scharfen Waffen gezielt auf Menschen. Auch die Feuerwehr kam trotz mehrerer Notrufe den Eingeschlossenen nicht zu Hilfe. Mehr als 40 Menschen starben in den Flammen. Diejenigen, die sich aus dem Haus retteten, wurden brutal zusammengeschlagen. Einige vermutlich auch außerhalb des Hauses getötet. Obwohl auf Videos einige der Täter zweifelsfrei zu erkennen sind, während sie das Gewerkschaftshaus bewerfen und beschiessen, ist bis heute keiner von ihnen strafrechtlich zur Rechenschaft gezogen worden.

Wenige Stunden zuvor waren mit einem Sonderzug 2000 Rechte nach Odessa gebracht worden. Von einer spontanen Aktion kann also nicht die Rede sein. Odessa erinnert uns an die Kriegsführung der Nazis gegen die Sowjetunion, wo die Menschen der überfallenen Dörfer und Städte in Scheunen getrieben und dann angesteckt wurden.

Deutsche Medien und die Politik behandelten die faschistischen Morde in Odessa auf ihre Weise. Es wurde so getan, als handelte es sich um eine unklare Gemengelage, als seien Täter und Opfer nicht klar zu benennen. Genau das ist gewollt. Viele trauen sich nicht zu, die Lage selber einzuschätzen, man traut sich nicht, Partei zu ergreifen, man hält sich lieber raus, weil man nicht genau weiss, wie man handeln soll.

Bundesaußenminister Steinmeier sprach von „Ausbrüche der Gewalt“ und dass „Demonstranten ungebremst aufeinander losgehen“. Eine Verurteilung des faschistichen Angriffs erfolgte nicht. Daran zeigt sich die Haltung der Bundesregierung, die es nicht nur toleriert, wenn faschistische Kräfte an der Regierung in der Ukraine beteiligt sind, sondern auch deren Verbrechen deckt.

 

Für uns kann es nach den faschistischen Morden in Odessa nur eines geben: Solidarität mit den antifaschistischen Kolleginnen und Kollegen in der Ukraine.

 

Im 70. Jahr der Befreiung von Faschismus und Krieg machen Odessa und die Situation in der Ukraine deutlich, dass wir unseren Kampf gegen Faschismus und Krieg verstärken müssen.