DKP Bergedorf:

Sonntag, den 14. Juni 2015

Hauni will Hunderte Stellen streichen

Arbeitsplätze verteidigen – Arbeitszeitverkürzung durchsetzen

Nach Presseberichten will sich die Körber AG von 500 der Hauni- Mitarbeiter in Bergedorf und weiteren 120 Mitarbeitern bei Universelle und Primary in Schwarzenbek trennen. Grund ist der weltweit rückläufige Absatz von Zigaretten und in dessen Folge die sinkende Nachfrage nach Zigarettenmaschinen.

Das ist mal wieder die typisch kapitalistische Problemlösung. Während in Zeiten der Hochkonjunktur die sprudelnden Gewinne in die Taschen der Eigentümer fließen, sollen Probleme in wirtschaftlich schwierigen Zeiten auf Kosten der Beschäftigten gelöst werden. Personalkosten senken, heißt das Wundermittel, mit dem die Eigentümer ihre Rendite sichern wollen. Für die Beschäftigten heißt das Unsicherheit, ob der Lebensstandard gehalten werden kann, und, wenn konkret Entlassung droht, ob die Raten für das Haus und das Auto bezahlt werden können.

Arbeitszeitverkürzung!

Aber das geht auch anders. Dass nicht mehr Maschinen produziert werden sollten, als verkauft werden können, das ist klar. Aber statt ein Viertel der Beschäftigten zu entlassen, könnte man auch die Arbeitszeit um ein Viertel senken – natürlich bei vollem Lohnausgleich. Dann würden alle Beschäftigten ihren Arbeitsplatz behalten und brauchten nicht um ihren Lohn fürchten. In diesem Fall würden die Eigentümer die Kosten tragen. Denn Lohnkosten und Profit stehen bekanntlich in unmittelbarer Wechselbeziehung. Steigen die Lohnkosten sinkt der Profit und umgekehrt.

Wie soll das gehen?

Wie soll das gehen? Die Beschäftigten müssen zusammenstehen, dürfen sich nicht gegeneinander ausspielen lassen. Betriebsrat und Gewerkschaft müssen mit der klaren Forderung nach Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich in die Verhandlungen mit der Geschäftsleitung gehen. Die Belegschaft muss bereit sein, für ihre Forderungen auch zu kämpfen. Denn die Interessen von Eigentümern und Beschäftigten stehen sich nun einmal unversöhnlich gegenüber. Es ist eine Frage der Macht, wie diese Auseinandersetzung endet.

Die Mitarbeiter der Körber AG sind nicht die einzigen, die in dieser Zeit in den Kampf gezwungen werden. Immer mehr große Konzerne wie zuletzt Siemens, aber auch viele kleine Betriebe versuchen durch Senkung der Lohnkosten den Profit zu sichern oder zu steigern. Selbst Staatsbetriebe wie die Post und die Bahn drehen an dieser Schraube und zwingen die Beschäftigten in den Arbeitskampf. Wer diesem Kampf ausweichen will, hat schlechte Karten.

Es zeigt sich aber auch, dass kämpfende Belegschaften trotz teilweise bösartiger Hetze in der Konzernpresse breite Unterstützung aus der Bevölkerung bekommen. Das wird nicht anders sein, wenn die Mitarbeiter der Körber AG diesen Kampf aufnehmen.

Bergedorfer Utsichten Extra 14.6.2015