Ein Fest vor verhülltem Klotz

Sonntag, den 05. Mai 2013

Nachdem die Hamburger Bürgerschaft im Juni 2012 der Errichtung eines Deserteursdenkmals beschlossen hatte, folgte am 30.04.2013 nun die Entscheidung des Hamburger Senats, den Opfern der Wehrmachtsjustiz, zu denen auch die Deserteure gehören, ein Denkmal zu errichten. Zur Realisierung des Projekts werden 730 000 Euro zur verfügung gestellt (der Standort wurde noch nicht festgelegt). Diese Entscheidung ist auch ein Erfolg des Hamburger Bündnis für ein Deserteuersdenkmal, dem 22 Organisationen angehören.

Parallel zum Hamburger Kirchentag fand nun vom 1. bis 4. Mai am Stephansplatz das Klotzfest statt, das von dem Bündnis organisiert wurde. Vor dem mit Plastikfolie verhülltem Kriegsklotz fand an vier Tagen ein umfangreiches Programm auf der Bühne statt, das aus interessanten Rede-,Kultur- und Musikbeiträgen bestand, z.B. Ludwig Baumann, Friedrich Schorlemmer, Alma Hoppe, Kai Degenhardt, Liederjan, Schenzer & Wilke, Gruppe Gutzeit und viele mehr. Umrahmt war die Veranstaltung von zahlreichen Infoständen und einem "Café Deserteur". An diesen vier Tagen hat das Bündnis viele Hamburgerinnen und Hamburger, aber auch Besucher des Kirchentages erreicht; ein Erfolg für das Bündnis.

Zu einem Zwischenfall kam es am Samstag, als Mitglieder einer Rechtsradikalen Burschenschaft Flugblätter verteilten, in dem die Wehrmachtsoldaten als tapfer und heldenhaft verklärt wurden. Die Ewiggestrigen konnten vertrieben werden, die Mahnung zu mehr Wachsamkeit bleibt aber nach wie vor.