Der 1. Mai 2013 in Hamburg

Donnerstag, den 02. Mai 2013

Es waren mehr als 7500 Menschen, die sich in Bergedorf, Harburg und auf dem Hamburger Fischmarkt nach den Mai-Demos versammelt hatten. Auf der zentralen Kundgebung auf dem Fischmarkt sprach der Hamburger DGB-Vorsitzende Uwe Grund die gesellschaftlichen Widersprüche an: „...unglaublicher Reichtum liegt in Hamburg nur wenige Hundert Meter von erschütternder Armut entfernt“.

Auch der Umgang der Jobcenter mit Menschen, die auf Hartz IV angewiesen sind wurde von Uwe Grund kritisiert. Die Erfahrung der Zerschlagung der Gewerkschaften am 2. Mai 1933 mündete in das Bekenntnis, den Neonazis entgegenzutreten. Kontrovers wurde es noch einmal, als die Bischöfin Kerstin Fehrs zusammen mit Uwe Grund auf der Bühne stand, um eine „Brücke“ zwischen DGB und Kirchentag zu schlagen. Die schlechte Bezahlung der Kolleginnen und Kollegen in kirchlichen Einrichtungen eignet sich allerdings nicht für einen Schulterschluss, auch wenn die Bischöfin sich für einen Mindestlohn in der Pflege ausgesprochen hat. Das Fazit des Hamburger DGB-Vorsitzenden war dann auch: „Zur Regel wird das wohl nicht werden“, während unten im Publikum ein Transparent entrollt wurde auf dem „Es rettet uns kein höheres Wesen“ stand . Für die Verbreitung von Illusionen sorgte der IG BCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis, der sich für Faire Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt und Faire Bezahlung der Leiharbeit aussprach; eine naive Forderung an diejenigen, die diese Situation der Profite willen erst geschaffen haben. Für die DGB-Jugend sprach Marion Popken über deren eingreifen in den Bundestagswahlkampf, mit sechs zentralen Forderungen: Für eine bessere Ausbildung, gute und sichere Beschäftigung, gute Bildung, ein soziales Europa, eine Solidarische Alterssicherung und eine solidarische und offene Gesellschaft. Auch von der DGB – Jugend kam die Aufforderung, sich den Nazis aktiv in den Weg zu stellen.

Die DKP-Hamburg unterstrich am 1. Mai mit der UZ-Extra und mit einem Transparent ihre Forderung nach der 30 Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich. Es ist nicht die Profitsucht allein, die die Herrschenden die Arbeitszeitverkürzung fürchten lässt, es ist auch der Horror vor dem Verlust des Knüppels Arbeitslosigkeit, mit dem sie die Arbeitenden und ihre Gewerkschaften seit 40 Jahren erfolgreich schwächen. Hier geht es nicht nur um Tarifvertragliche Regeln, sondern um eine gesellschaftliche Auseinandersetzung. 30 Stunden – gleiches Geld – Arbeit für alle – Zeit für die Welt.