...hinten, weit, in der Türkei

Sonntag, den 16. August 2015

Fernsehnachrichten und Zeitungen sind voll von Berichten über Flüchtlinge, die aus Syrien, Afghanistan, Nordafrika, Somalia, Eritrea und anderen Regionen der Welt nach Europa, Deutschland und auch nach Hamburg. Oft ist von gefährlichen Fluchtwegen und Schlepperbanden die Rede, aber so gut wie nie über die Gründe der Flucht.

Dabei sind es im Wesentlichen nur zwei Gründe, die Hundertausende von Menschen bewegen, ihre Heimat zu verlassen: zum einen Krieg und Zerstörung, zum anderen wirtschaftliche Not und Hunger. In beiden Fällen trägt die sogenannten westliche Welt, also nicht zuletzt die EU und damit auch Deutschland ein hohes Maß an Verantwortung.

Sie liefern Waffen für diese Kriege. Sie haben im Irak, in Libyen, Afghanistan und anderswo Länder in Unkontrollierbarkeit und Massenelend hinterlassen. Sie stützten jahrelang das Assad-Regime in Syrien, um danach umzuschwenken und eine Opposition zu bewaffnen, aus der auch die Terrororganisation „Islamischer Staat“ hervorging.

Es sind auch die EU und damit Deutschland, die den Ländern, aus denen die Flüchtlinge kommen, Freihandelsabkommen aufzwingen. Die Folgen sind der Ruin der bestehenden regionalen Wirtschaft, Hunger, Armut – und eben Hunderttausende Flüchtlinge.

So kommt der Krieg, der seinen Ausgang von hier genommen hat, in Gestalt der Opfer zu uns zurück. Und aus ist es mit der gemütlichen Weltbetrachtung des Spießbürgers, der sich heute wie zu Goethes Zeit vor 200 Jahren zufrieden zurück lehnt, „wenn hinten, weit, in der Türkei / Die Völker aufeinander schlagen.“

Fallen wir denen, die aus den kapitalistischen Zentren der Welt – und eben auch aus Deutschland –Krieg und Elend in die Welt tragen, in den Arm. Stoppt die Waffenexporte! Kein Bundeswehreinsatz außerhalb der deutschen Grenzen! Raus aus der NATO!

 

Es ist unsere Pflicht, die bei uns aufzunehmen, die Opfer der auch von Deutschland ausgehenden imperialistischen Kriegs- und Wirtschaftspolitik geworden sind. „Refugees welcome!“