Streikende bei Neupack leuchten ihrem Arbeitgeber heim

Mittwoch, den 21. November 2012

Die seit dem 1.11.2012 streikenden Kolleginnen und Kollegen der Firma Neupack veranstalteten am Abend des 21.11.2012 einen Laternenumzug durch Stellingen, mit mehren hundert Teilnehmern, um ihrem Arbeitgeber, die Krüger Familie, „heim zu leuchten“, damit er wieder an den Verhandlungstisch zurückkehrt. Zum Abschluß gab es auf einer kleinen Bühne Musik, u.a. von Peter Gutzeit, unterbrochen von Solidaritäts Bekundungen von Gewerkschaften und Betriebsräten.

Die Krüger Familie regiert ihr Unternehmen in Gutsherrenmanier, gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist ihr fremd, jeder wird individuell bezahlt, einige Arbeiter sind Aufstocker, der Betriebsratsvorsitzende, Murat Günes, bekam schon mehrfach eine fristlose Kündigung, selbst bürgerliche Medien wie „Hamburger Abendblatt“ und „Die Welt“ gehen inzwischen auf Distanz zur Krüger Familie. Es ist bitter, wenn die Krüger Familie ihr Geld für eine PR-Agentur, einen mit Hunden versehenen Wachdienst, für illegale Streikbrecher einer polnischen Zeitarbeitsfirma und zahlreiche Prozesse vor dem Arbeitsgericht ausgibt, anstatt in ihre Belegschaft zu investieren. Ein erster kleiner Erfolg scheint erreicht, die Krüger Familie ist inzwischen bereit, auch mit der Gewerkschaft IG BCE zu verhandeln, doch die Streikenden trauen dem nicht und kommentieren ironisch: „Streiken ist schöner“.

Wir dürfen auch nicht vergessen: Zwei Drittel der Firmen in Deutschland haben inzwischen keinen Tarifvertrag, d.h. Neupack ist überall und die Kolleginnen und Kollegen der Firma Neupack streiken stellvertretend für viele andere, die von Unternehmen ausgenutzt, gegeneinander ausgespielt und zu niedrigen Löhnen beschäftigt werden und haben auch deshalb unsere uneingeschränkte Solidarität verdient. Kontakt: soli-kreis@gmx.de oder in der Jurte, Doerriesweg 15, täglich von 12 – 16 Uhr