Kapitalismus in der Krise

Freitag, den 16. November 2012

Brennende Fragen - Wissenschaftliche Tagung in Hamburg

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Kapitalismus in der Krise“ fand am 17. November im Georg-Asmussen-Haus (St. Georg) ein Symposium statt, zu dem das Projektbündnis und die Marx-Engels-Stiftung (Wuppertal) eingeladen hatten. Die Vorträge der fünf Referentinnen und Referenten fanden vor einem vollen Saal statt. Als erstes sprach Beate Landefeld (Autorin in den Marxistischen Blättern und Verfasserin empirischer Studien zu den Veränderungen in der herrschenden Klasse) über die derzeitige Struktur der Herrschenden Klasse in Deutschland. Die Referentin ging der Frage der Verschmelzung von Bank- und Industriekapital zu Finanzkapital nach, und wie sich die Interessenunterschiede zwischen Monopolen und Nichtmonopolen bemerkbar machen.


Als zweites sprach Lucas Zeise (Vorsitzender der Marx-Engels-Stiftung, Mitbegründer der „Jungen Welt“ und Buchautor) über die Entwicklung und Rolle des Finanzsektors in der gegenwärtigen Krise. Was ist „fiktives Kapital“ und welche Rolle spielt es? Der dritte Referent Andreas Wehr (Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Linksfraktion im EU-Parlament und Buchautor) befasste sich in seinem Referat mit den Ursachen der Eurokrise in Zusammenhang mit der Krise des Kapitalismus, und seiner Monopolistischen und Imperialistischen Tendenzen. Wehr ging der Frage nach, wer die herrschenden und wer die abhängigen Länder sind, und der Folge für die Strategie des Widerstandes daraus. Nach Andreas Wehr sprach Dr. Werner Seppmann (im Vorstand der Marx-Engels-Stiftung, Mitarbeiter des Projekts „Klassenanalyse“ und Buchautor) über die Veränderungen in der Struktur der Arbeiterklasse. Eine entscheidende Frage war hier, ob die Arbeiterklasse trotz der Veränderungen noch das Revolutionäre Subjekt ist? Als letztes sprach dann Dr. Arnold Schölzel (Chefredakteur der Zeitung junge Welt). In seinem Beitrag ging es um die aktuellen antikapitalistischen Bewegungen wie z.B. Occupy und Attac. Schölzel beleuchtete das Potential, das in ihnen liegt, und ging auf ihre inhaltlichen Schranken ein. Die vielen Fragen aus dem Publikum zeigten großes Interesse, aber auch Klärungsbedarf an vielen Stellen. Werner Seppmann sprach in seinem Schlusswort auch von der Krise der Alternativen, die überwunden werden muss denn: „Der Kapitalismus ist nicht am Ende, aber der Preis für sein Überleben wird immer höher“. Der Imperialismus, so Andreas Wehr in seinem Schlusswort muss gestürzt werden, sonst wird es keine andere Welt geben. Wer jetzt neugierig geworden ist kann mehr über die Veranstaltung auf der Internetseite www.kapitalismus-in-der-krise.de erfahren. Dort wird es in Kürze einen Audio-Mitschnitt im mp3 Format geben.