14. November- Europaweiter Streik und Solidaritätstag

Donnerstag, den 15. November 2012

In Hamburg blieben die Gewerkschaften hinter ihren Mobilisierungsmöglichkeiten zurück

Europaweit gingen am 14. November die Menschen auf die Straße. In Portugal und Spanien beteiligten sich viele Arbeiter an Generalstreiks, um sich dagegen zu wehren, das die Arbeitsbedingungen immer schlechter werden. Auch in Hamburg versammelten sich etwa 800 Menschen auf dem Gänsemarkt zu einer Kundgebung unter dem Motto „Für Arbeit und Solidarität: Nein zur sozialen Spaltung von Europa“ aufgerufen hatten der DGB und seine Einzelgewerkschaften. Nach der Eingangsrede des DGB-Vorsitzenden Uwe Grund und dessen Forderung nach einem „fairen, demokratischen und sozialem Europa“ wurde es etwas konkreter, als der Betriebsratsvorsitzende der Stellinger Firma Neupack ans Mikrofon ging, und über die Erfahrungen mit ihrem Streik berichtete.

Die rund 200 Beschäftigten von Neupack befinden sich seit dem 1. November in einem unbefristeten Streik um einen Haustarifvertrag durchzusetzen. Die Solidarität aller auf dem Gänsemarkt versammelten war ihnen sicher. Dann folgte ein Bericht von Rolf Becker über seine Erfahrungen mit dem Protest in Griechenland, der in eine Solidaritätserklärung mündete, die von allen Versammelten begrüßt wurde.

Anschließend bildeten die KundgebungsteilnehmerInnen einen Demozug, der sich in Richtung griechisches Konsulat in Bewegung setzte um dort die Solidaritätserklärung zu überreichen. Auch wenn man sich mehr Kolleginnen und Kollegen auf dem Gänsemarkt gewünscht hätte, ist doch die Bedeutung von Internationaler Solidarität mit den Streikenden bei uns, in Griechenland, Spanien und Portugal, deutlich geworden. Erinnert sei an das Jahr 2006, als die Hafenarbeiter in den großen europäischen Häfen und auch in Bremerhaven, Hamburg und Rostock gegen die Deregulierungspläne aus Brüssel mit Erfolg gestreikt haben. Am Schluss sei noch ein Zitat des ehemaligen Vorsitzenden der IG Medien Detlef Hensche genannt, er fragt sich: “...ob nicht die negative Lohnbilanz auf einem Übermaß an Konfliktvermeidung beruht. Meine Feststellung: Es wird zu wenig gestreikt in diesem Lande“.