Zieht die Türkei Europa in einen großen Krieg?

Mittwoch, den 24. Februar 2016

 

Bildquelle http://sendika.org

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es gibt viele lokale Kriege in der Welt. Aber keiner – außer vielleicht der Konflikt in der Ukraine – hat wie der Krieg in Syrien das Potential, einen Weltenbrand auszulösen. Hier kämpfen – und diese Aufzählung muss nicht einmal vollständig sein - die USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, Saudi-Arabien, Bahrain, Jordanien, die Türkei, die Freie Syrische Armee, der Islamische Staat, die Al-Nusra- und die Ahrat Al-Scham-Front gegen die syrische Regierung, die wiederum von Russland, dem Iran und der libanesischen Hisbollah unterstützt wird. Mehrere kurdische Gruppen kämpfen auf eigene Rechnung. Jetzt hat sich auch noch Deutschland in den Krieg eingemischt, indem es mit Aufklärungsflügen den Gegnern der Syrischen Regierung die Angriffsziele nennt.

 

Eine besondere Rolle spielt dieTürkei. Sie unterstützt die islamistischen Terrorgruppen, indem sie ihnen Nachschubwege offenhält und ihnen Rückzugräume und Versorgung von Verwundeten bietet. Offiziell beteiligt sie sich aktuell am Kampf gegen den „Islamischen Staat“, ohne jedoch dessen Logistik und die Geldquellen der Terroristen entscheidend einzuschränken. Sie nutzt diesen Kampf vor allem, um gegen den kurdischstämmigen Teil ihrer eigenen Bevölkerung mit Waffengewalt vorzugehen. Sie erklärt sie einfach zu Terroristen. Sie bombardiert von Kurden bewohnte Städte im Süden des Landes und dringt auch massiv auf syrisches Gebiet vor, wo sie Unterstützer der Kurden vermutet. Dadurch werden erneut Zehntausende in die Flucht getrieben.

Die islamistische Regierung der Türkei unterdrückt im Innern jeden Widerstand gegen diese Politik. Kritische Journalisten werden verhaftet. Jeder, der die Regierung kritisiert, als Hochverräter denunziert. Manche sehen die Türkei auf dem Weg in einen faschistischen Staat. Zu all dem schweigt die Bundesregierung, weil sie die Türkei als Bollwerk gegen die Flüchtlingswelle aus Syrien und anderen Ländern des Nahen Ostens einsetzen will.

Eine neue Qualität bekam diese Entwicklung, als das türkische Militär einen russischen Bomber wegen angeblicher Grenzverletzung abschoss. Die Türkei ist Mitglied der NATO und diese schlug sich sogleich auf deren Seite.

Jetzt hat der NATO-Generalsekretär die direkte Beteiligung der NATO am Krieg in Syrien ins Gespräch gebracht. Damit rückt die Gefahr näher, dass es zu einer direkten Konfrontation von Ländern kommt, die über Atomwaffen verfügen. Deutschland wäre gut beraten, sich von diesem unkalkulierbaren Kriegsschauplatz fernzuhalten.

Keine Waffenlieferungen in das Kriegsgebiet!
Keine Bundeswehrsoldaten in das Kriegsgebiet!
Keine NATO-Beteiligung an dem Krieg in Syrien!
Aktive Unterstützung der Friedensverhandlungen!
 
aus Bergedorfer Utsichten Ausgabe 01/2016
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