Zeit für mehr Solidarität…

Sonntag, den 01. Mai 2016

……...mit den Beschäftigten im Krankenhaus im Streit für mehr Personal!

Bild NN © DKP-Hamburg

Zeit für mehr Solidarität. Unter dieser Losung des DGB, gingen in Hamburg, wenn man die Demos in Bergedorf (600 Teilnehmer) und Harburg (400 Teilnehmer) mitzählt, am 1. Mai etwa 6500 Hamburgerinnen und Hamburger auf die Straße. Die DKP-Hamburg hat mit ihrer auf der Demo verteilten Betriebszeitung „Öffentliche Hand“ auf die Situation der Beschäftigten in den Krankenhäusern hingewiesen. Denn die Solidarität mit den Krankenhausbeschäftigen in ihrem Kampf für mehr Personal geht uns alle an, oder wie die Kolleg*innen der Berliner Charitè sagen: „Mehr von uns ist besser für alle“.
Das sind die heutigen Bedingungen, unter denen Krankenschwestern, Pfleger und auch Ärzte arbeiten müssen. Und unter denen Patienten zu leiden haben.

Bild UW © DKP-Hamburg

Im Fallpauschalen-System, auf englisch DRG genannt, wird genau festgelegt, welcher Patient mit welcher Diagnose welche Behandlung zu erfahren hat und was der Preis dafür ist. Das Sytem wurde auf Druck einer großen Koalition aus Pharma- und Medizintechnikkonzernen mit den Meinungsmachern und Sparpolitikern der 90er Jahre mit Hilfe ihrer großen Lügenstory „Kostenexplosion im Gesundheitswesen“ durchgesetzt. Der Preis setzt sich letztlich zusammen aus der Arbeitskraft, die notwendig ist, um dem Patienten eine bestimmte Behandlung angedeihen zu lassen. Es liegt auf der Hand, dass in unserem kapitalistischen System die Krankenhäuser versuchen, entweder so viele gleiche und schnell abzuarbeitende DRG-Fälle wie möglich einzuheimsen oder den Preis der Ware Arbeitskraft zu drücken. Das bedeutet im Krankenhaus, wenig Pflegepersonal für viele Patienten einzusetzen.

Bild NN © DKP-Hamburg

Die Krankenschwestern und Pfleger spüren diesen Zusammenhang täglich. Mehr Geld wäre gut, a aber vor allem müssen sich die Arbeitsbedingungen verbessern. Sie können nicht das auffangen, was eigentlich ein ganzes Team machen müsste. Es ist so offensichtlich, dass der Kampf um eine bessere Personalbemessung geführt werden muss. Für gute Arbeit und gute Pflege.

In anderen Bereichen öffentlicher Dienstleistung ist eine Personalbemessung selbstverständlich und sogar gesetzlich geregelt. Im Hamburgischen Schulgesetz wurde genau festgelegt wie viele Schüler an welcher Schulform maximal in einer Klasse durch einen Lehrer unterrichtet werden dürfen. Dies wurde „freiwillig“ vom staatlichen Arbeitgeber als sogenannter „Schulfrieden“ beschlossen, als die Gefahr bestand, dass das mühsam austarierte Klassentrennungssystem durch die Ansprüche elitärer Eltern ins Wanken geriet.

Wie können wir als Patientinnen und Patienten den Kampf um die Einführung einer tariflich abgesicherten Personalbemessung im Krankenhaus unterstützen?

Ganz einfach: Fragt bei einem anstehenden Krankenhausaufenthalt nicht nur nach dem ärztlichen Ruf des Hauses, sondern auch danach, wieviel Pflegepersonal dort für einen Patienten zur Verfügung steht. Wie ist der Personalschlüssel? Wie sieht er in der Nacht aus? Denn es nützt einem Patienten schließlich nichts, wenn er zwar gut operiert, aber anschließend nicht vernünftig versorgt und durch Komplikationen auf Grund fehlender Versorgung oder Hygiene in einem schlimmeren Zustand aus dem Krankenhaus entlassen wird.

Bild NN © DKP-Hamburg

Dadurch werden die Krankenhausbetreiber an ihrer empfindlichsten Stelle getroffen: die Gewinnung möglichst vieler Patienten. Das hilft den Kolleginnen vor Ort, ihren Druck auf Krankenhausleitungen, Träger und Gesundheitskapitalisten zu erhöhen, eine eindeutige und verbindliche Personalbemessung für die Schichtdienste auch in Tarifverträgen festzulegen.