DKP Hamburg-Nord

Donnerstag, den 02. Juni 2016

Bäderland Hamburg: Wellness-Oase statt Freibad

Freibad Ohlsdorf Ende der 1960er Jahre

Eintrittsreis für Kinder 50 Pfennig

Bild Archiv UW © DKP-Hamburg

Bäderland Hamburg entfaltet zur Zeit eine rege Bautätigkeit: Während das Freibad Ohlsdorf samt dem von Fritz Schumacher entworfenen Umkleidegebäude gerade abgerissen wird, wurde im Januar In Eimsbüttel die fast 9 Millionen teure Kaifu-Soletherme mit einem Eintrittspreis von 2l € eröffnet. Statt als städtisches Unternehmen einen preisgünstigen und gesunden Freizeitspaß für alle anzubieten, schielt Bäderland auf die Brieftaschen der Gutverdiener; die allerdings sowieso meist schon Mitglied in teuren Fitnesscentern sind. 

Mit dem Abriss des Freibades in Ohlsdorf setzten sich die Stadt und Bäderland darüber hinaus noch über das Ergebnis des Bürgerentscheids von 2009 hinweg, bei dem 85 o/o der Bürge- rinnen und Bürger den Verkauf des Freibadgeländes an eine Baugesellschaft ablehnten. Per Senatsanweisung wurde der Abriss im Herbst 2015 über die Bezirksversammlung hinweg durchgedrückt. Bürgerbeteiligung und Bürgerinformation waren gestern - jetzt regiert ,,Ole von" Scholz ohne Rücksicht auf Verluste.

Pech hat die SPD in Fuhlsbüttel: Die St. Marien-Gemeinde hat ihr die Räumlichkeiten im Gemeindebüro gekündigt. Seitdem sucht die Bürgerschaftsabgeordnete Dorothee Martin, hauptberuflich in der Geschäftsführung des Wohnungsbaukonzerns Vonovia (Gagfah )tätig, ein neues Abgeordnetenbüro für wenig Geld im Stadtteil. Vielleicht hätte sie sich nicht so engagiert für den Abriss des alten Freibad-Umkleidegebäudes Am Hasenberge einsetzen sollen, denn dort gab es bis März preisgünstige Büroräume in zentraler Lage, die bisher von dem Beschäftigungsträger Mook wat e. V. genutzt wurden.

 Weil auf dem nördlichen Teil des Freibadgeländes Eigentumswohnungen gebaut werden sollen, plant Bäderland den Bau des neuen Hallenbades direkt hinter dem historischen Eingangsgebäude. Der Kommunale Saal in der alten Kassenhalle muss wohl Ende des Jahres schließen, weil die Kassenhalle der Eingang zum neuen Hallenbad werden soll. Mit dem ,,Grünen Saal'i in dem seit 1992 zahlreiche Veranstaltungen und private Feiern stattfanden, geht ein wichtiges Stück Stadtteilkultur verloren.

Aus Nordlichter - Zeitung der Deutschen:Kommunistischen Partei  Hamburg-Nord Juni 2016

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