Mittwoch, den 19. April 2017

Heraus zum 1. Mai


 Nach Berechnungen von ver.di fehlen in Hamburg 4200 Pflegekräfte. Die Beschäftigten, die dies durch Mehrarbeit ausgleichen müssen, sind am Ende ihrer Kräfte, können nicht mehr. In Deutschland muss eine Pflegekraft zehn Patienten versorgen, in der Schweiz sind es fünf, in Norwegen vier. Die Gewerkschaft kämpft für eine neue Personalbemessungsgrenze, die dafür sorgt, dass Pflege nicht krank macht.

Alle Hamburger können diesen Arbeitskampf unterstützen, indem sie den Hamburger Appell für mehr Krankenhauspersonal unterstützen. Erfolge wurden bereits in Berlin an der Charite und im Saarland beim öffentlichen Klinikum in Bad Homburg erzielt. Aber die privaten Krankenhauskonzerne (wie Asklepios, Schön-Kliniken, ... weigern sich Tarifverhandlungen auch nur aufzunehmen. Bereits einen Tag nach der Wahl im Saarland, streikten die Beschäftigten der Kranklenhäuser für ihre Interessen. Veränderungen, ja auch nur Verbesserungen der Arbeitsbedingungen, höhere Löhne, bessere Sozailleistungen bekommen die arbeitenden Menschen nicht von oben geschenkt, sondern müssen sie sich mit ihren Gewerkschaften hart erkämpfen.

Die Arbeit vieler - insbesondere junger Menschen - ist prekär und unstetig. Sie müssen sich als Flexibilitäts-Reserve des Kapitals mit Mini-Jobs, in Leiharbeit oder (unfreiwillig kurzer) Teilzeitbeschäftigung durchs Leben mühen. Doch während Millionen Menschen unter Unterbeschäftigung und ungenügendem Einkommen leiden, wird von Millionen anderen Vollzeit-Erwerbstätigen immer häufiger „Arbeit ohne Ende“ verlangt. 

 Das hat - bis hin zu Burnout und Depressionen - negative gesundheitliche Folgen. So fehlt die notwendige Balance zwischen Beruf und Leben. Das wollen wir so nicht länger hinnehmen! Wir wollen besser leben, wollen streiten für ein besseres Leben nicht nur für einige, sondern für alle. Deshalb setzen wir Kommunisten uns auch für eine deutliche Reduzierung der Arbeitszeit auf 30 Stunden bei vollem Lohnausgleich ein. Das würde auch dazu führen, dass zahlreiche Stellen neu besetzt werden müssen und die Arbeitslosigkeit verringert wird. Aber auch eine Arbeitszeitverkürzung bekommen wir nicht geschenkt, Genauso wenig wie eine Rückkehr zur Rente mit 65.

 Offensichtlich ist nicht der Kollege mit Migrationshintergrund unser Gegner, nicht er nimmt uns den Arbeitsplatz weg, sondern die Unternehmen, die nur dem Profitprinzip folgen. Gegen dieses System gehen wir am 1. Mai auf die Straße.

Demonstration des Deutschen Gewerkschaftsbundes
1. Mai , 11.00 Uhr von U-Rödingsmarkt zum Fischmarkt