Reform und Revolution

Samstag, den 21. Oktober 2017

     Reform und Revolution heute

die Lehren des „roten Oktober“

Ist es nicht völlig weltfremd, nach dem Sieg der Konterrevolution in der Sow jetunion und den anderen Ländern des „realen Sozialismus“, unter den Bedingungen einer massiv geschwächten kommunistischen Bewegung, einer insgesamt zersplitterten politischen Linken in der BRD und Europa sowie einer noch immer unter sozialdemokratischer und reformistischer Hegemonie stehenden deutschen und europäischen Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung das Thema „Oktoberrevolution“ für wichtig zu halten und über deren Lehren für heute nachzudenken?

Gewiss: einiges spricht auch nach Meinung von Nicht-Kommunisten für das Thema.

Das Schlagwort „Sozialismus im 21.Jahrhundert“ in den letzten Jahren zeitweilig so etwas wie ein Modethema gewesen. Aber gehört man nicht entweder ins Museum oder ins politische „Wolkenkuckucksheim“, wenn man bei diesem Stichwort statt über „Transformationsstrategien“, „revolutionäre Realpolitik“ oder „systemüberwindende Refor men“ zu diskutieren, gleich mit „Revolution“ kommt und - noch schlimmer - über die „Oktoberrevolution“ nachdenkt, spricht und schreibt?

 

Die Frage des Systemwechsels, die auch in den bürgerlichen Feuilletons diskutiert wird, wird uns im Vorfeld des 100. Jahrestags der russischen Oktoberrevolution mit der Grundsatzfrage konfrontieren, ob dieses Ereignis im 21. Jahrhundert noch eine aktuelle Bedeutung besitzen kann - egal, ob man es als historisches Ereignis als gerechtfertigt ansieht oder nicht.

 

 
Reformstrategie, Putsch oder „Revolution“: das sind aktuelle Fragen. Warum gehen Kommunistinnen und Kommunisten von einer ungebrochenen Aktualität der Lehren der Oktoberrevolution aus?