Welche Schule ist die beste für mein Kind?

Freitag, den 12. Januar 2018

Anfang Februar sind die Eltern der jetzigen Viertklässler aufgefordert, ihre Kinder an einer weiterführenden Schule anzumelden. Für die meisten ist diese – wie es das geltende Hamburger Schulgesetz vorschreibt - eine Stadtteilschule oder ein Gymnasium.

Die Schulbehörde bietet dafür ein Programm an, mit dem man „sekunden- schnell und metergenau“ (Hamburger Abendblatt) den Abstand zwischen Wohnort und Wunschschule berechnen kann.

Das aber ist für die meisten Eltern nicht das wichtigste Kriterium. Sie wollen für ihre Kinder die „beste“ Schule. Aber welche ist das?  

Wir Kommunistinnen und Kommunisten treten für „Eine Schule für alle“ ein, eine Schule, in der alle Schülerinnen und Schüler gemeinsam lernen, in der jede*r nach seinen Anlagen und Interessen optimal gefördert wird. Aber die gibt es (noch) nicht. Wir treten dafür ein, die Initiative „Eine Schule für alle“ wieder zu beleben und hoffen auf eine breite Unterstützung aus der Elternschaft.  

Bis zum Jahre 2010 fiel es uns leicht, den Eltern zu empfehlen, ihre Kinder an der Gesamtschule anzumelden. Sie kam unserer Vorstellung von einer Schule für alle Kinder am nächsten. Dann aber wurde sie von der damaligen Regierung aus CDU und Grünen mit Unterstützung der SPD abgeschafft und zugleich das dreigliedrige Schulsystem in ein zweigliedriges aus Stadtteilschule und Gymnasium umgewandelt.

 Wir kritisieren beide Schularten scharf. Obwohl weit mehr als die Hälfte aller Schülerinnen und Schüler auf ein Gymnasium wechselt, weigern sich diese Schulen, sich darauf einzustellen. Das Gymnasium hält an seinem elitären Bildungskonzept fest und schmeißt in Hamburg Jahr für Jahr um die 850 Schülerinnen und Schüler einfach wieder raus. Das ist etwa jeder achte Gymnasiast. Die Folgen solcher gebrochenen Bildungslaufbahnen sind fatal.

 Die Stadtteilschulen, darunter auch alle ehemaligen Gesamtschulen, versuchen, das Konzept einer gemeinsamen Beschulung beizubehalten und jedem und jeder die bestmögliche Bildung zukommen zu lassen. Aber zum einen wechselt nur noch eine Minderheit der Schülerinnen und Schüler auf die Stadtteilschule. Es fehlt die ganze Breite eines Jahrgangs mit seinen Anregungen für die Entwicklung aller. Zudem werden den Stadtteilschulen alle gesellschaftlichen Probleme und Aufgaben aufgebürdet, von der Motivation perspektivloser Jugendlicher, über die Inklusion von Kindern und Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf bis zur Integration frustrierter Rückläufer aus dem Gymnasium.

 Unter diesen Umständen ist es unmöglich, eine der zur Wahl stehenden Schularten zu empfehlen. Eltern sollten bei realistischer Einschätzung der Entwicklungsperspektiven ihres Kindes und ohne falschen Ehrgeiz unter den konkret vorhandenen Schulen in ihrem Wohnumfeld auswählen. wo sich nach ihrer Einschätzung ihr Kind stressarm und motiviert entwickeln kann. Das kann nur nach genauer Auseinandersetzung mit jeder einzelnen Schule geschehen.