Gedanken zum Frauentag

Montag, den 19. Februar 2018

Zum Internationalen Frauentag fallen mir viele Themen ein, die es wert wären angesprochen zu werden. Spontan fällt mir aber zu aller erst ein, dass mein Internationaler Frauentag nun in den Medien „Weltfrauentag“ heißt. Irgendetwas störte mich daran: „Weltfrauentag“. Das klingt erst mal gut. Die Welt, die Erde, ein Zusammenhalt möchte man meinen. Die Welt ist genauer betrachtet von realen Mächten in Nationen aufgeteilt. Der nationale Kampf der Frauen ist natürlich wichtig. Mich stört daran der Wegfall des internationalen Gedankens.

Die Frauenbewegung sollte nicht nur national sein, sondern eben auch international. International bedeutet: ein solidarischen Kampf über Grenzen hinweg. Das ist ein persönliches Empfinden und es stört mich sehr.

Ein andere Aspekt in diesen Zusammenhang ist mein Misstrauen gegenüber den Medien, die den Begriff „Weltfrauentag“ propagieren und eben nicht den solidarischen „Internationalen Frauentag“. Dies erscheint mir ein wirtschaftliches, politisches Kalkül. Weg vom Kampf, hin zu isoliertem Kampf oder noch schlimmer zum gemütlichen Kaffeetrinken. Ich mach mir Sorgen, dass wir bald einen zweiten Muttertag haben. 

Ich möchte nicht, dass die internationale Solidarität durch Begriffsänderung aufgeweicht wird. Sonst verlieren wir die Beziehung zu den für ihre Rechte kämpfenden Frauen, die dabei in manchen Ländern ihr Leben lassen. Mit denen gilt es sich international zu solidarisieren. Der Kampf muss weiter gehen. Es war mir wichtig dieses Thema diesmal anzusprechen.

K. 

aus Nordlichter März 2018

Samstag 24, März 2018 18:30 Uhr
SternChance Norwegensaal

Schröderstiftstraße 7, Eintritt: 10,– / erm. 5,– Euro: