Nie wieder Faschismus – Nie wieder Krieg

Donnerstag, den 10. Mai 2018

Bild KB © DKP-Hamburg

Am 9. Mai feiern seit 1945 die sowjetischen, heute beinahe alle der ehemals sowjetischen Länder den Tag des Sieges über den deutschen Faschismus. An diesem Sieg, der in Deutschland von allen Antifaschisten als Tag der Befreiung am 8. Mai gefeiert wird, hatte die Rote Armee der Sowjetunion den größten Anteil, sie befreite den größten Teil der von der faschistischen Wehrmacht überfallenen, verwüsteten, versklavten Länder und Gebiete. In all diesen Ländern war die Rote Armee der Garant dafür, dass die Konsequenzen aus Krieg und Faschismus gezogen werden konnten, sicherte sie den Übergang zu antifaschistisch-demokratischen Umwälzungen mit der Perspektive der Errichtung des Sozialismus.

In Russland wie auch in den russischen Gemeinden anderer Länder ist nun in den letzten Jahren eine besondere Form des Gedenkens gefunden worden, auch in Deutschland, seit zwei Jahren auch in Hamburg: Demonstrationen und Kundgebungen des "Unsterblichen Regiments". Hier demonstrieren neben den Veteranen der Befreier, deren Nachkommen mit den Fotos und Portraits ihrer Vorfahren. Der Krieg, die unermesslichen Opfer, die für den "großen vaterländischen Krieg" nötig waren und der Sieg, der große Teile Europas vom Faschismus befreite, soll und darf nicht in Vergessenheit geraten.

 

Das finden auch wir!

Viele der Demonstranten in Hamburg verbanden dieses Erinnern mit einer aktuellen antifaschistischen und friedenspolitischen Positionierung. So auch wir, die DKP Hamburg. Wir beteiligten uns mit einem Transparent, dass спасибо - Danke, den Dank an die Befreier zum Ausgangspunkt nahm, um die Positionierung der „alten Antifaschisten“ von 1945: „Nie wieder Krieg - Nie wieder Faschismus“ zu wiederholen. Das hieß damals und heißt heute immer noch : Stopp der Provokationen und der Kriegshetze gegen Russland. Danke den Befreiern heißt heute Frieden mit Russland.

Zum Abschluss der Demonstration des "unsterblichen Regiments" hielt die Genossin Linda, Landessprecherin der Linksjugend ´solid Hamburg folgende beeindruckende Rede:

 

"Linda was machst du immer wieder am 9. Mai da mit deinen Russen?" fragen mich meine Freunde.

 

Ich gedenke den Opfern und sorge dafür das dieser Krieg und die damit verbundenen Gräueltaten nicht in Vergessenheit geraten, denn wenn meine Generation an sowas nicht teilnimmt, genau dann, können wir uns die Gefahren nicht vor Augen führen!"

 

Dieser Tag steht für den:

 

- Sieg über den Faschismus,

 

- Das Ende eines grausamen Krieges:

 

Diese zwei Themen sind aktueller denn je!

 

Meine Mutter kommt aus Weißrussland, wo jede dritte Person gestorben ist.

 

Der zweite Weltkrieg hat ganze Landflächen zerstört:, Häuser, in denen Familien wohnten wurden zerbombt, Eltern wurden von ihren Kindern getrennt und kleine Kinder, wie die Generation meines Opas, sind in diesem Krieg aufgewachsen.

 

Mein Vater kommt aus Syrien. Und in seiner Heimat herrscht eben genau so ein grausamer Krieg. Wie viele Menschen mussten mit ihrem Leben bezahlen, obwohl dieser Krieg nicht gewollt ist?! Die Syrer wollen nicht kämpfen!

Genau so wie das 3. Reich damals meine Heimat Weißrussland angriff, greifen verschiedenste Terroristen und Staaten ohne völkerrechtliche Legitimation nun meine andere Heimat Syrien seit 7 Jahren kontinuierlich an!

Sagt mir, worin liegt der Unterschied zwischen dem damaligen Hitlerfaschismus und den fundamentalistischen, salafistischen, islamistischen Gruppierungen in Syrien?

 

Sagt mir, worin liegt der Unterschied zwischen einem gefallenen russischen Soldaten 1944 und einem gefallenen syrischen Soldaten 2018?

 

Auf Russisch sagt man, никто не забыт ничто не забыто, was so viel heißt wie, Kein Opfer und keine Tat wird in Vergangenheit geraten!

 

Keines der 60-65 Millionen Opfer.

Die Schätzungen, die Verbrechen und Kriegsfolgen einbeziehen, reichen bis zu 80 Millionen.

 

In Syrien sind es inzwischen eine Millionen Todesopfer. Und hierbei handelt es sich um ein Land mit nur 18 Millionen Einwohnern.

 

Darf ich Fragen wer von ihnen hatte Familienmitglieder die im Zweiten Weltkrieg umgekommen sind? [Beinahe von allen – russischen wie deutschen Teilnehmern der Demonstration wird die Hand gehoben.]

 

Ich war im März in Syrien und habe eine ähnlich große Menschenmenge gefragt: "Wer von euch hatte ein Familienmitglied oder einen Freund/Freundin der oder die Opfer dieses dreckigen Krieges wurde?"

 

JEDER hat sich gemeldet!…. Jede einzelne Person!!!!

 

In dem wir uns jedes Jahr hier treffen und den Opfern aus dem Zweiten Weltkriegesgedenken, lassen wir diese Taten nicht einfach so in der Vergangenheit. Wir erinnern uns daran und wollen zeigen das man aus Fehlern lernen sollte!

Wir können Rechtspopulismus, Nationalismus, Faschismus, Imperialismus und Kriegstreiberei nicht wieder zulassen.

 

Unabhängig davon ob es hier um Fremdenfeindlichkeit, Antirussische Propaganda oder Waffenexporte geht.

 

Mein Opa hat 1944 seine beiden Brüder verloren, ich möchte meine Schwester nicht verlieren. Aber genau das passiert zur Zeit in Syrien. Geschwister verlieren Geschwister.

 

Kein Geld der Welt ist mehr Wert, als das Leben eines Kindes.

 

Eine sehr treffende Zeile aus dem „ Tag des Sieges“ Den "pobedy", beschreibt den 9. Mai 1945 ziemlich gut:

 

"eto radast sa slezami na glazach":. "Dieser Sieg ist eine der größten Freuden, aber mit Tränen in den Augen."

 

Wenn Menschen es 1945 geschafft haben für Gerechtigkeit zu sorgen, dann schaffen wir es heute auch.

Deswegen freut euch auf den Tag liebe Syrerinnen und Syrer, denn glaubt mir er wird kommen, der Tag an dem ihr einerseits Hurra ruft, aber andererseits weinen werdet.

Ich möchte mich aufrichtig bedanken, bei den Helden, den Veteranen des Zweiten Weltkrieges, die dafür gesorgt haben, dass ich in Europa ohne Faschismus aufwachsen Durfte. "SPASIBO DEDU Za POBEDU" [Danke für die Befreiung]

Ich möchte mich noch ein mal bei den Veteranen bedanken und hoffe das der Tag des Sieges, das Handeln anderer im positiven Sinne beeinflusst.