Eine Tafel für Magda und Paul!

Mittwoch, den 11. November 2020
Nichts und niemand ist vergessen!

 

Am 07.11.2020 rief die Partei die Linke zu einer antifaschistischen Versammlung in Eimsbüttel auf. Es war der Auftakt für eine Initiative zur Anbringung einer Erinnerungstafel für Paul und Magda Thürey.

 

Die DKP Eimsbüttel begrüßt dies sehr und dankt der Partei die Linke für ihre Initiative in der Emilienstraße 30 eine Tafel zu Ehren der KPD Mitglieder Paul und Magda Thürey anbringen zu lassen! Ebenso bedanken wir uns bei dem anwesenden Vertreter der SPD-Eimsbüttel, der diese Initiative ebenfalls unterstützt.

Auszug aus dem Redebeitrag der DKP Eimsbüttel:

 

(…) Bis zu ihrer Inhaftierung und Ermordung durch die Faschisten

organisierten Paul und Magda Thürey hier in ihrem Seifenladen
einen konspirativen Treffpunkt, einen Ort des Widerstands!

 

Beide bezahlten dafür mit ihrem Leben.

 

Sie taten es sicherlich in dem Wissen, dass sie ihr Leben riskierten.

Und sie taten es dennoch. Weil sie wussten, wie wichtig es war einen Ort zu haben, an dem sie den antifaschistischen Widerstand organisieren konnten.

Einen Ort, um sich auszutauschen, die Situation zu analysieren, und letztendlich

einen Ort um die gemeinsame Aktion gegen die faschistische Herrschaft zu planen und durchzuführen. Dies hier war ein solcher Ort und es ist wichtig daran zu erinnern!

 

Auch heute brauchen wir solche Orte!

 

Wenige hundert Meter von der Emilienstraße entfernt befindet sich schon seit vielen Jahrzehnten in der Lindenallee 72 das Magda-Thürey-Zentrum der DKP Hamburg, das MTZ

 

Der Name für das Zentrum wurde damals bewusst gewählt.

Zum einen natürlich als Würdigung der Eimsbüttler Opfer des Faschismus

zum anderen als politische Verpflichtung der DKP als antifaschistische Organisation

 

Als politisches und kulturelles Stadtteilzentrum steht das MTZ heute neben der DKP vielen Gruppen und Organisationen und Initiativen als Versammlungsort zur Verfügung.

So treffen sich hier z.B. Musikerinnen und Musiker (im Moment natürlich nicht )

die marxistischen Abendschule MASCH hält hier ihre Seminare ab, Mitglieder der VVN/BdA oder linke Migrantinnen und Migrantinnen treffen sich hier

und zum Beispiel auch die Vorbereitungsgruppe des Methfesselfestes.

 

Auch antifaschistischer Widerstand wird von hier aus organisiert.

Es freut uns besonders, dass vor allem jungen Menschen, Schülerinnen und Schüler, Auszubildende und Studentinnen aus Eimsbüttel und Altona, sogar aus Bergedorf hier im Magda Thürey-Zentrum die Möglichkeit haben, zu diskutieren, sich zu organisieren und ihre antifaschistischen Aktionen zu planen. Das macht Mut!

 

Unglaublich ist es aber dann, dass heute auch diese jungen Antifaschistinnen und Antifaschisten „beobachtet“ um nicht zu sagen bespitzelt werden vom Hamburger Verfassungsschutz!

 

Da gilt es wachsam zu sein! Da müssen wir uns empören!

 

Da gilt es zusammenzustehen und zu widerstehen!

 

So wie es die Eltern der Schülerinnen der Ida Ehre Schule im Sommer letzten Jahres taten,

als auf Antrag der AfD Fraktion die Hamburger Schulbehörde antifaschistische Aufkleber der Antifa Altona Ost in einer Nacht-und-Nebel-Aktion von einer Pinnwand der Schule entfernen ließ.

.

Da gingen die Eltern gemeinsam mit ihren Kindern auf die Straße unter dem Motto:

 

Antifaschismus ist KEIN Verbrechen! und

 

Wir sind auch Antifa!

 

Das war gut! Das war wichtig!

 

Ebenso empören müssen wir uns, weiterhin und immer wieder, dass die Berliner Finanzbehörde, der ältesten antifaschistischen Organisation in der Bundesrepublik -der VVN / Bund der Antifaschisten- die Gemeinnützigkeit entzogen hat! Einer Organisation der Verfolgten des Naziregimes, einer Organisation von Auschwitz-Überlebenden! Und dies auf Grundlage der Veröffentlichungen des bayerischen Verfassungsschutzes! Auf dem rechten Auge blind -so alt der Spruch und immer noch gültig.

Die Aberkennung der Gemeinnützigkeit muss zurückgenommen werden!

 

Antifaschismus ist gemeinnützig - was denn bitte sonst?

 

Es gäbe, wie immer, noch so viel mehr zu sagen, über so viel mehr zu reden zum Beispiel über die Ursachen von Rechtsentwicklung in unserem Land

und damit auch immer über die Ursachen von Krieg und Verfolgung, aber das müssen wir heute verschieben. Vielleicht aber – wenn wir den Alptraum Corona gemeinsam und gesund überstanden haben- vielleicht sehen wir uns dann wieder, zu einer Diskussionsveranstaltung im Magda-Thürey Zentrum, wer weiß?

 

Aber heute sind wir hier in Gedenken an Magda, Paul und die unzähligen Kämpferinnen und Kämpfer, die ihr Leben gaben für ein demokratisches, ein antifaschistisches Deutschland:

 

In Ihrem Sinne lasst uns gemeinsam einstehen gegen die Rechtsentwicklung im Land gegen Antisemitismus und Rassismus!

 

Gemeinsam gegen den Faschismus! Wir sind alle Antifa!