Gedenken am Höltigbaum

Mittwoch, den 20. März 2013

Die Geschichte der Wehrmachtsdeserteure ist mit dem ehemaligen Truppenübungsplatz Höltigbaum eng verbunden. Von 1940 – 1945 wurden dort junge Soldaten erschossen, weil sie den mörderischen Krieg nicht mehr mitmachen wollten und dafür zum Tode verurteilt worden sind.

Um das Gedenken dieser Menschen wach zu halten, aber auch um der Forderung für ein Deserteursdenkmal Nachdruck zu Verleihen, hatte das Bündnis für ein Hamburger Deserteursdenkmal am Samstag den 16. März zu einer Veranstaltung im Haus der Wilden Weiden auf Höltigbaum eingeladen. Zu Gast war der Historiker Dr. Magnus Koch, der über die geschichtlichen Hintergründe informierte. Anschließend kamen die beiden Zeitzeugen Ludwig Baumann (91 J.) und Uwe Storjohann (87 J.) zu Wort. Zu der Zeit der Erschießungen, war Uwe Storjohann in der „Graf-Goltz-Kaserne“ in Rahlstedt stationiert, und konnte aus eigenem Erleben über die damaligen Ereignisse berichten. Ludwig Baumann ist einer der wenigen die, zum Tode wegen „Fahnenflucht“ verurteilt, den Krieg überlebten. Baumann hat sich bis Heute für eine Aufhebung der damaligen Urteile eingesetzt und Engagiert sich auch zusammen mit dem Bündnis für ein Deserteursdenkmal in Hamburg. Für den kulturellen Rahmen der Veranstaltung sorgten Peter und Dirk, die mit ihren nachdenk und Friedensliedern auch Anstöße für die Gegenwart gaben. Auch heute ist Deutschland wieder in Kriege verwickelt und ein Bundespräsident schwadroniert in Hamburg: „...dass es wieder deutsche Gefallene gibt, das ist für unsere glückssüchtige Gesellschaft schwer zu ertragen.“ Weitaus vernünftiger klang da das Schlusswort von Ludwig Baumann, das so ein reiches Land mit unserer Geschichte dazu aufgerufen ist, sich für Gerechtigkeit und Frieden einzusetzen. Den Abschluss des Tages bildete die gemeinsame Kranzniederlegung vor der Infotafel an der Sieker Landstraße.