Der soziale Wohnungsbau wird auch in Wandsbek ausgetrocknet

Mittwoch, den 10. April 2013


Hamburg ist nach München die Stadt mit den höchsten Mieten in Deutschland. Der Mietenspiegel 2011 zeigte im Durchschnitt einen Preis von € 7.15/m2 . Besonders dramatisch stellt sich die Entwicklung bei Wohnungen dar, die aus der Sozialbindung herausfallen, das sind in Hamburg ca. 4800 Wohnungen. In Wandsbek werden etwa 1500 Wohnungen aus der Bindung fallen. Die Planung sieht für unseren Bezirk 200 gebaute Sozialwohnungen im Jahr vor. Der Sozialverband Deutschland hat ausgerechnet, dass in Hamburg bereits jetzt 40 000 Sozialwohnungen fehlen. Umgerechnet auf den bevölkerungsreichen Bezirk Wandsbek, sind 200 Sozialwohnungen jährlich im wahrsten Sinne des Wortes ein Armutszeugnis.

Doch diese Entwicklung ist nicht neu. 1990 gab es in Hamburg noch 265.000 mietpreisgebundene Sozialwohnungen, 2010 waren es noch 110.000. Auch in Zukunft werden jedes Jahr tausende Wohnungen aus dem Sozialwohnungsbestand herausfallen. Schätzungen gehen davon aus, dass es 2018 in Hamburg nur noch 70.000 Sozialwohnungen geben wird.

Bei zunehmender Altersarmut, bei zunehmender Angewiesenheit auf zusätzliche Hilfsmittel, weil viele von ihrem Job nicht mehr richtig Leben können, bei zunehmenden Singelhaushalten, kann man diese Politik der Verknappung von bezahlbaren Wohnungen in Wandsbek nicht mehr hinnehmen.

Der Wohnungsmarkt, das wird hier deutlich, ist im Kapitalismus ein Markt wie jeder andere. Wird das Angebot verknappt, lassen sich für die vorhandenen Wohnungen höhere Preise (also Mieten) erzielen, denn schließlich ist jede und jeder auf eine Unterkunft angewiesen. Es ist also Zeit, dass wir Mieterinnen und Mieter unsere Interessen vertreten.

Die DKP-Hamburg hat in ihrem Wohnungspolitischen Programm viele Denkanstöße und Forderungen dazu entwickelt. z.B.:

  • Sofortiger Mietpreisstopp! Im ersten Schritt sind die Mieten für den öffentlich geförderten Wohnungsbau und die aus der Sozialbindung fallenden Wohnungen auf dem gegenwärtigen Niveau zu deckeln.

  • Es sind Mietobergrenzen gesetzlich festzulegen, die sich nicht an der kapitalistischen Kostenmiete, sondern an einer tragbaren Sozialmiete (gegenwärtig € 5,90/m2) orientieren.