Umbenennung von Straßennamen

Montag, den 25. März 2013

Wandsbeker Bezirksversammlung setzt sich mit düsterer Kolonialgeschichte auseinander

Die Kolonialgeschichte wurde 2011 schon einmal behandelt. Damals ging es um die Benennung zweier Straßen in der Jenfelder Au auf dem Gelände der ehemaligen Lettow-Vorbeck-Kaserne in „Askariweg“ und Tansaniaweg“. Angeworben wurden die Askari–Söldner von dem damaligen Gouverneur von „Deutsch-Ostafrika“ Hermann Wißmann, der mit „seiner Truppe“ Dörfer niederbrannte, mordete und die Menschen gefangen nahm, um sie als Zwangsarbeiter auf den deutschen Plantagen einzusetzen.

Um diesen Herrmann Wißmann ging es auch in einem Interfraktionellen Antrag von SPD und Grünen am 22.November 2012, in dem die Umbenennung der „Wißmannstraße“ (geht von der Holstenhofstraße ab) in Wandsbek gefordert wird. Der zweite Straßenname, um den es in dem Antrag geht, ist der „Dominikweg“ (geht von der Schimmelmannstraße ab). Oberstleutnant Hans Dominik bekommt 1901 den Befehl, im Norden Kameruns möglichst viel Land zu Erobern. Diese Eroberung der dritten deutschen Kolonie kostet hunderte von Menschenleben. Dominik sicherte den deutschen Kapitalisten den Import von Kakao, Edelhölzern und Kautschuk, Die Schwarzen wurden mit der Peitsche zur Arbeit gezwungen.

Das diese Männer unkommentiert in Wandsbek mit Straßennamen geehrt werden ist nicht mehr tragbar. Der Antrag von Grünen und SPD ist völlig richtig. In dem Antrag wird der Vorschlag geäußert, die Anwohner in die Umbenennung der Straßen einzubeziehen, z.B. mit einer öffentlichen Informationsveranstaltung.

Der Vorschlag der DKP–Wandsbek wäre eine „Raja-Illinauk-Straße“ (das Russische Mädchen wurde am 29.08.1944 im KZ-Außenlager Drägerwerke in Wandsbek ermordet).